Liebe Freunde, liebe Familie, liebe Lesenden. Der Plan war es, diesen Blog öfters und mit mehr Inhalten zu füllen. Allerdings, und da sei uns Nachsicht gewährt, überschlagen sich die Ereignisse und machen es nahezu unmöglich all die Erfahrungen und Geschichten gerecht niederzuschreiben. Während dieser Beitrag also entsteht sitzen wir im Flieger nach Rio de Janeiro, es ist 22:03 Uhr und genießen in der ersten Reihe eine (Bein-)Freiheit, die nur Menschen mit einer Größe von 1,94m wirklich nachvollziehen können. Aber von Anfang an…

…Abflug in Wien, die Vorfreude in den Augen so strahlend wie die in Salvador scheinende Sonne. Dann Zwischenlandung Lissabon und die Erfahrungen kommen wieder hoch: vor nicht all zu langer Zeit verbrachten wir Beide noch 5 unvergessliche Tage in dieser wunderbaren Hauptstadt. Aber dann die Erkenntnis: Verspätet man sich beim Abflug, dann kann das leicht/schwere Folgen für den Anschlussflug haben. Eigentlich eine leichte Schlussfolgerung. Dagegen schwer war allerdings der Gang zum Anschlussflug. Oder eher der Sprint. Man stelle sich nun also zwei zerstreute Menschen vor, die nach nicht mal 2h Flug schon vor dem großen Scheitern standen. Aber da wir jungen Menschen oft das in den Beinen haben, was wir eben nicht im Kopf haben, waren wir schnell genug. Und angekommen im Flieger machte sich dann eine spürbare Erleichterung bemerkbar. Und nach ungefähr 3 sehr aktuellen Spielfilmen (Joker, Mord im Orientexpress und Once upon a time in Hollywood) landeten wir endlich in Salvador.
Erste Amtshandlung nach der Landung? Pullies ausziehen! Danach mit dem Uber zum Apartment, dass uns für die kommenden Tage netterweise von Felix zukünftiger Chefin zu Verfügung gestellt werden sollte. Dort angekommen war es mittlerweile 24 Uhr (Also 4 Uhr morgens deutscher Zeit). Dementsprechend waren wir sehr froh als wir auf dem Balkon stehend endlich auf das Meer blickten. Ja ihr habt richtig gehört: Meerblick. Vom Durst gedrungen fanden wir nach kurzer Suche auch noch kühle Bier im Kühlschrank. Um 2 Uhr lagen wir dann im klimatisierten Zimmer im Bett. Müde, aber glücklich die ersten Strapazen gemeistert zu haben, schliefen wir wie sich dieser eine Typ gefühlt haben muss, nachdem er den Marathon in unter 2 Stunden gelaufen ist. Oder wahrscheinlich noch besser.

Und nach etwa 8 Stunden Schlaf wachten wir dann auf. Um 10 Uhr. Ohne Jetlag. Es waren 30 Grad, das Meer hatte sich kein Stück bewegt und wir waren bereit den Strand unsicher zu machen. Gesagt getan. Nachdem wir gefühlt die kompletten 2 Flaschen 50er Sonnencreme auf unsere weißen, adonisähnlichen Körper gebuttert haben, packten wir unsere 27 Sachen. Und was sollen wir sagen: Strand so weit man blicken konnte und zwar ohne jegliche touristische Menschenmengen. Im Gegenteil: nur Personen unter 2 Dioptrien war es überhaupt möglich überhaupt ein paar Menschen zu sehen, die dem Badespaß nicht abgeneigt waren. Wir legten uns also in den Sand und schwiegen für die nächsten 10 Minuten. Wie die kleinen Kinder lagen wir im Sand. Und es hätte keine Wörter, keine Witze, keine Konversationen geben können, die diesen Moment, an diesem Ort, zu dieser Zeit schöner machen könnten. Deswegen sagten wir nichts. Und das sagte so viel!
Eine der wahrscheinlich besten Erkenntnisse an diesem Tag sollte so unbedeutend bedeutend sein, dass sie erst beim Schreiben auffällt. Oft, wenn man in den Sommerurlaub fliegt, kommt man nicht um die ewige Frage wie denn das Wasser war. Und ich sag es euch. Warm und erfrischend! Zwei Begriffe, die sich ausschließen? Nicht in Salvador/Brasilien: ein konstant erfrischender Wind und Wasser so warm und beglückend, man möchte die fragende Person höchstpersönlich ins Meer ziehen. Eine Kombination, welche die Beschreibung nicht romantischer macht. Aber wahrer.
Und nach dem ersten Tag war es dann soweit. Im Uber (sicherstes und günstiges Fortbewegungsmittel) saßen wir dort nun also, um uns ins Nachtleben dieser Stadt zu schmeißen. Und keine 20 Minuten und 5€ weniger waren wir dann in einer belebten Stadt namens Rio Firmano. Und keine 4 Bier und 2 Caipirinhas später fühlten wir uns schon als Teil dieser großartigen Kultur, als wir auf einem beliebten Platz, auf konstanter Basis vom Kellner bedient wurden. Wir redeten und lachten und genossen die Zeit, als wäre es das selbstverständlichste der Welt. Und dann geschah es: etwas kleines, festes traf mich an der Brust. Nach kurzer Verwirrung bemerkten wir, dass aufgrund unseres Lachens die Tischnachbarin neben uns ein Nüsschen auf mich geworfen hatte. Wir waren so perplex, wir wussten nichts zu sagen und bestellten grinsend die nächste Runde Caipirinha. Es war offiziell: wir waren angekommen, in Salvador, wir waren angekommen in Brasilien. Und uns sollten großartige 5 Tage bevorstehen…




